Solarthermische Anlagen

Eine solarthermische Anlage verfügt über einen Sonnenkollektor – also eine Fläche, die Sonnenstrahlung sammelt. Anders als bei der Photovoltaik setzt sich der Kollektor nicht aus Solarzellen zusammen, sondern aus einem Absorber, den ein flüssiger Wärmeträger durchfließt. Sonnenstrahlung wird von der Oberfläche als Wärme an diesen Träger weiter gegeben, fließt dann in einen Speicher oder wird direkt zum Erwärmen von Trinkwasser verwendet. Die einfachere Bauweise ist ein aufs Dach installierter Wassertank. So kann die Sonne direkt das Wasser erwärmen ohne Zwischenschritt über einen Wärmeträger. Diese Methode ist aber aus hygienischen Gründen für Trinkwasser weniger geeignet. Seit Ende der 90er Jahre verfügen viele Anlagen über Kollektoren mit hochentwickelten Beschichtungen, die eine Aufnahme von bis zu 96 Prozent der Strahlungswärme erreichen. Erst so ist es möglich, mit Solarthermik Heizungsanlagen zu betreiben. Allerdings sind dafür meist große Kollektorflächen und eine konventionelle Zusatzheizung nötig. Verfügt die Anlage über einen Saisonwärmespeicher, kann sie auch in nördlicheren Regionen im Sommerhalbjahr genügend Energie sammeln, um damit im Winter zu heizen. Bei Passivhäusern arbeitet zusätzlich die Wärmedämmung so gut, dass ganzjährig eine reine Solarheizung ausreichen kann – in Kombination mit einer Lüftungsanlage mit Wärmetauscher.