Solarhaus
Solarhäuser ermöglichen moderne Lebensweisen in völliger Unabhängigkeit von externen Stromversorgern
Standen dabei bisher vor allem Umweltschutzaspekte im Vordergrund, wird dieses Prinzip auch aus Kostengründen immer attraktiver. Denn zu den Klassikern Fernseher, Kühlschrank, Herd, Wasch- und Spülmaschine gesellt sich immer mehr Hightech. Espressovollautomaten, Heimkinoanlagen oder Medienserver, die das komplette Haus mit Videos oder Musik versorgen, erweisen sich als wahre Stromfresser. Den größten Teil der Energiekosten verursachen Warmwasserversorgung, Heizung und Klimaanlagen. Deshalb haben genau hier die ersten Überlegungen angesetzt.
Es gibt zwei Wege Strahlungswärme der Sonne zu nutzen
Eine thermische Solaranlage wandelt die Wärme der Sonne aktiv, indem sie damit zum Beispiel Wasser erhitzt.
Dieses kann für Heizungsanlagen oder für die Warmwasserversorgung benutzt werden. Daneben gibt es noch eine Technik, die bereits seit Jahrhunderten in der Architektur Verwendung findet: Die passive Nutzung von Solarenergie. Hierbei berücksichtigt man bereits beim Bau eines Gebäudes physikalische Gegebenheiten der Sonneneinstrahlung. In kälteren Ländern statten Architekten Häuser mit großen, nach Süden ausgerichteten Fenstern aus, um so viel Wärme wie möglich ins Gebäude zu leiten. In heißen Ländern gibt es traditionelle Bauweisen, die recht effiziente Belüftungsarten mit einbeziehen. Zum Beispiel zirkulieren Luftströme in arabischen Kuppeltbauten so, dass sich die Innentemperatur senkt. Moderne Architekten machen sich diese Erfahrungen zunutze, wenn sie bei Passivhäusern auf die physikalischen Eigenschaften von Warm- und Kaltluft achten. Verbindet man modernste Technik mit traditionellen Erkenntnissen, lassen sich erstaunliche Ergebnisse erzielen. Heute werden oft gesamte Passivhäuser nur mit Solarthermik geheizt – modernste Wärmedämmung macht dies möglich. Sämtliche Wärme oder Kälte wird durch eine kontrollierte Belüftung
in die Räume geleitet. Anlagen mit einem Leitungssystem, das Sonnen- oder Erdwärme genauso wie natürliche Kühlung nutzt, können allein über Luftströme genügend Energie dafür generieren.
Für den zusätzlichen Schritt der Umwandlung von Wärmeenergie in Strom braucht das Gebäude eine Photovoltaik-Anlage
Dazu installieren Techniker zu Modulen zusammengesetzte Solarzellen meist auf die Dächer der Häuser. Der eigentliche Prozess der Stromgewinnung findet dabei in der Solarzelle selbst statt. Die weiteren Teile der Photovoltaikanlage greifen den Strom ab, speichern ihn, wandeln ihn von Gleich- zu Wechselstrom und speisen die Energie ins hausinterne oder auch in externe Netze ein.
Ein Solarhaus verbindet die aktive mit der passiven Nutzung von Solarenergie, verfügt über ausgezeichnete
Wärmedämmung und betreibt sämtliche elektrischen Anlagen und Geräte mit Solarstrom. Da Ressourcen sinken und die Energiepreise erwartungsgemäß in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter ansteigen werden, gehören Solarhäuser zur zukunftsweisenden Technik.