Akkus zur Speicherung der Sonnenenergie
Sonnenenergie aus Solaranlagen vom Dach sollen künftig in großen Akkus abgespeichert werden können. Zumindest ist dass das Ziel von den Konzernen Solarworld und Conergy, die bereits Lösungen in dieser Richtung anbieten. Zwar ist die Technik bis dato noch sehr teuer und bedarf der Bezuschussung von den Firmen, aber schon bald sollen Verbraucher mit den Akkus noch mehr Subventionen abgreifen können wie es jetzt schon ist.
Innovationen erobern Solarmarkt
Aus der Not eine Tugend machen, so heißt ein Sprichwort und das haben sich wohl auch die Solar-Firmen zu Herzen genommen. Denn durch die geplante Kürzung der Solarförderung zum 1. Juli gerät die deutsche Technologieführerschaft der Branche arg in Gefahr, wenn sie nicht handelt.
Die Änderung des EEG sieht vor das Hausbesitzer den eigens produzierten Solarstrom selber nutzen sollen, sofern die Jahres-Stromerzeugung über 30 Prozent liegt, da Solarstorm besser vergütet wird als die ins Stromnetz eingespeiste Energie.
Die Lösung für die Hausbesitzer – Anschaffung von großen Akkus fürs Haus. Damit kann der Solarstrom schön gespeichert werden und für “schlechtere” Zeiten aufgehoben werden. Schließlich steht nirgends das er direkt genutzt werden muss.
Ausgefeilte Technik
Bis zum Sommer soll es die ersten Kombi-Pakete, die Photovoltaik-Anlage mit Batteriespeicher und Verbrauchskontrolle kombinieren, geben. Vorteil der Eigenverbrauch kann auf bis zu 80 Prozent erhöht werden. Im Praktischen bedeutet das, wenn der Datenlogger einen Überschuss an Solarstrom misst, dann werden die Hausgeräte automatisch mit Solarstrom versorgt. Bei wenig Stromverbrauch soll die Energie in den Akkus zwischengespeichert werden.
Vom Bleiakku zu Lithium-Ionen-Batterien
Derzeit werden als Solarspeicher noch Bleiakkus verwendet, so wie sie in Autos eingesetzt werden. Jedoch in naher Zukunft will die Firma Solarworld Lithium-Ionen-Batterien verwenden. Ausschlaggebend sind die maßgebenden Vorteile von längerer Lebenszeit (20 Jahre bei vollständigem Lade- und Entladezyklus), weniger Platz und höhere Speichervolumen (7 kWh Kapazität).
Die Konkurrenz schläft nicht, denn auch zum Sommer hin möchte die Firma Conergy Chart ihre Testphase mit ihrer Lithium-Ionen-Batterie starten, die sogar acht Kilowattstunden Leistung erbringen soll. Eine Markteinführung wird allerdings erst für 2012 geplant.
Sinkende Kosten bis 2012
Momentan sind die Kosten für Verbrauchskontrolle und Speicherung hoch und zehren noch den Acht-Cent-Bonus des Eigenverbrauchs auf. Die von Solarworld gelieferten Bleiakkus erzeugen 3000 Euro Einkaufskosten und zusätzliche Speicherkosten von 20 Cent pro Kilowattstunde! Weit aus mehr als der Bonus vom EEG. Teurer sind da noch die effektiveren Lithium-Ionen-Batterien, wo ein Akku aktuell etwa 1000 Euro pro Kilowattstunde kostet.
Ein Entwicklungspotenzial nach oben ist definitiv noch drin. Schließlich steht man erst am Anfang bei der neuen Technologie. Verbesserungen und Massenproduktionen könnten die Kosten bis 2012 auf 350 Euro pro Kilowattstunde senken.
Weiterentwicklung bei Geräten
Auf Wechselrichterhersteller kommt auch einiges zu. Entwicklung von Geräten, die das öffentliche Stromnetz in das batteriegestützte Heimsystem einbeziehen. Die Basis, um sich für die richtige Energieleitung, die angezapft werden soll, zu entscheiden, bilden die wechselnden Stromtarife, auf denen sie dann die Einsatzpläne für Hausgeräte entwerfen. Während bei geringer Auslastung des Stromnetzes der Strom aus dem Netz gezogen wird, so wird bei Überlastung die Energie für die Haushaltsgeräte vom Sonnendach oder der Batterie genutzt.
Umweltbelastung durch Blei und Lithium
Dass Blei und Lithium giftig sind und nicht gerade umweltfreundlich dürfte theoretisch jedem klar sein. Doch wie eine Entsorgung der “Solarspeicher” aussehen soll und was Umweltfreunde davon halten ist noch offen. Zumindest die Entsorgung. Was Umweltschützer denken ist indes einfacher zu beantworten!
Standpunkte von Regierung und Wirtschaft
Als positive Entwicklung betrachtet das Christian Rehtanz (Professor für Energiesysteme und Energiewirtschaft, TU Dortmund). Er sieht darin eine Entlastung der Stromnetze.
Bedenklich sieht der Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft den Solarspeicher insofern, dass die Verlagerung des Hauptverbrauchs weg aus Schwachlastzeiten zum erhöhten Strombedarf in Hauptlastzeiten führt und dadurch Strom zusätzlich erzeugt werden muss um den gestiegenen Bedarf auszugleichen, was mit Mehrkosten einher geht.
Quelle: spiegel.de
Bild: Kurt Bouda/Pixelio.de
Kategorie Solar News